M08 ordnet Tierhaltung, Weidesysteme, Tierwohl und Landschaftspflege als landwirtschaftlichen Bestandteil des Landguts.
In Mühlenhagen sollen Tiere eine klar erkennbare landwirtschaftliche Aufgabe besitzen. Tierart, Rasse, Besatz, Weideführung, Winterhaltung, Futter, Wasser, Dung und Betreuung müssen als zusammenhängender Betriebsbereich geplant werden. Erst danach lässt sich eine Bildungs- oder Besucherfunktion verantwortbar anschließen.
Historische Wissenslinie
Was frühere Landwirtschaftslehre für die heutige Frage sichtbar macht
Settegast behandelte Tierzucht als wissenschaftlich zu prüfenden Teil der Landwirtschaft und setzte sich bereits mit starren Vorstellungen unveränderlicher Rassen auseinander. Thaer und Mayer ordneten Tierhaltung in den Gesamtbetrieb ein. Historisch standen Leistung, Zuchtwahl, Fütterung und wirtschaftlicher Nutzen stark im Vordergrund.
Was heute anders gesehen wird
Tierhaltung wird heute zusätzlich an Tierwohl, Gesundheit, Haltungsumwelt, Futtergrundlage, Flächenbindung, Hygiene und rechtlichen Anforderungen gemessen. Der Erhalt alter oder regionaler Rassen kann ein Ziel sein, beweist aber für sich weder eine tiergerechte Haltung noch einen ökologischen Vorteil. Auch extensive Beweidung ist standort- und managementabhängig.
Bedeutung für Mühlenhagen
In Mühlenhagen sollen Tiere eine klar erkennbare landwirtschaftliche Aufgabe besitzen. Tierart, Rasse, Besatz, Weideführung, Winterhaltung, Futter, Wasser, Dung und Betreuung müssen als zusammenhängender Betriebsbereich geplant werden. Erst danach lässt sich eine Bildungs- oder Besucherfunktion verantwortbar anschließen.
Zielkonflikt und Grenze
Tierkontakt, Landschaftspflege und Besucherinteresse dürfen Tierwohl, Seuchenhygiene und Rückzugsbedarf nicht überlagern. Prozessschutz und aktive Beweidung können ebenfalls gegensätzliche Flächenziele darstellen.
Schauhaltung ohne betriebliche Funktion ist nicht Kern von M08. Besucherzugang und Bildungsangebote werden in M14 beziehungsweise M16 geführt, auch wenn Tiere Thema der Vermittlung sind.
Aufgabenbereich
Die Haltung alter und regionaler Tierrassen gehört zur Zielsetzung des Landguts. Tiere werden dabei nicht als dekorativer Bestandteil oder bloßes Besucherangebot verstanden.
Art und Umfang der Haltung werden aus Fläche, Futtergrundlage, Tierwohl, Betreuung, Gesundheitsvorsorge, Wirtschaftlichkeit und der vorgesehenen Aufgabe in der Landschaftspflege abgeleitet.
Das Modul soll Tierhaltung in einen tatsächlichen landwirtschaftlichen Zusammenhang einordnen. Als mögliche Aufgaben extensiver Beweidung werden unter anderem Offenhaltung, Einfluss auf Vegetation und die Einbindung von Nährstoffströmen geprüft. Welche Veränderungen tatsächlich eintreten, wird standort- und haltungsbezogen beobachtet.
Eine extensive Haltung wird nicht allein aufgrund ihrer Bezeichnung als ökologisch positiv bewertet. Besatz, Dauer, Bodenverhältnisse und Vegetationsentwicklung werden dokumentiert; eine Wirkung wird erst nach geeignetem Befund benannt.
Umfang
alte und regionale Tierrassen
Weide- und Haltungssysteme
Futtergrundlage und Flächenbedarf
Tiergesundheit und Tierwohl
Weideinfrastruktur und Versorgung
Landschaftspflege durch Beweidung
gegebenenfalls vergleichende Weideversuche
Zusammenhang
M08 erweitert die Erzeugung und Bewirtschaftung um Tierhaltung und Weidenutzung. Die Stufe setzt ausreichende Grundlagen bei Fläche, Wasser, Futter und Organisation voraus.
Tierhaltung wird mit Tierart beziehungsweise Rasse, Anzahl, Flächenbezug, Versorgung, Gesundheits- und Haltungsanforderungen dokumentiert. Zahlen werden nur veröffentlicht, wenn sie tatsächlich feststehen.
Bei Weidewirkungen werden Pflanzenbestand, Boden und Besatz nicht voneinander getrennt beurteilt. Veränderungen bleiben Beobachtungen, solange keine weitergehende Untersuchung vorliegt.
Nachweise und Arbeitsgrundlagen
Tier- und Haltungsdaten
Weideflächen und Besatz
Futter- und Wasserversorgung
Gesundheits- und Betreuungsnachweise
Beobachtungen zur Flächenentwicklung
Forschung & Lehre
Du studierst Tierwissenschaft, Agrarwissenschaft, Tierernährung, Grünlandwissenschaft, Naturschutz und suchst eine reale Fragestellung für deine wissenschaftliche Arbeit? Dieses Modul kann einen Untersuchungsraum und einen fachlich abgegrenzten Themenzugang bieten.
Forschungsbezug
M08 untersucht Tierhaltung und extensive Weidewirtschaft im Verhältnis zu Fläche, Futtergrundlage, Tierwohl, Betreuung, Vegetation und betrieblicher Aufgabe. Eine positive Landschaftswirkung wird nicht aus der Bezeichnung „extensiv“ abgeleitet.
Lehre & studentische Arbeiten
Möglich sind Arbeiten zur Auswahl alter und regionaler Tierrassen, Flächen- und Futterbedarf, Weidemanagement, Tierwohl sowie zur Beobachtung von Vegetationsveränderungen unter unterschiedlichen Nutzungsformen.
Für wen geeignet
Arbeitsformen
Bachelorarbeit
Masterarbeit
Projektarbeit
Fachrichtungen
Tierwissenschaft
Agrarwissenschaft
Tierernährung
Grünlandwissenschaft
Naturschutz
Untersuchungsraum & Daten
Grünland- und mögliche Weideflächen können untersucht werden. Tierzahlen, Besatz, Futterbilanzen oder Wirkungen gelten nicht als vorgegeben, sondern werden aus Fläche, Haltung und Untersuchungsziel abgeleitet.
Anschluss an den Themenkatalog
LG-22 · Alte und regionale Tierrassen
LG-23 · Extensive Weide als Landschaftspflege
LG-24 · Futtergrundlage vor Tierzahl
LG-14 · Differenziertes Grünlandkonzept
Arbeits- und Betreuungsstatus
Die Tierhaltung ist als Aufgabenbereich vorgesehen. Konkrete Rassen, Tierzahlen und Weidesysteme sind Gegenstand späterer betrieblicher und fachlicher Entscheidungen.
Wissenschaftliche Unabhängigkeit
Das LANDGUTH bietet Themen, Praxiszugang und organisatorische Begleitung an, bestellt aber kein Ergebnis. Wissenschaftliche Betreuung, Zulassung und Bewertung erfolgen durch die jeweilige Hochschule nach ihrer Prüfungsordnung.
Für dieses Thema bewerbenDie Bewerbung beim LANDGUTH ersetzt weder Zulassung noch wissenschaftliche Betreuung durch die jeweilige Hochschule.
M08 ist als Tierhaltungs- und Weidemodul definiert. Tierarten, Rassen, Bestände und konkrete Haltungsinvestitionen gelten erst dann als Projektstand, wenn sie gesondert festgelegt und dokumentiert sind.
Der öffentliche Text bleibt fortschreibbar. Eine geplante Wirkung wird erst dann als beobachtete oder gemessene Wirkung bezeichnet, wenn dafür eine geeignete Grundlage vorliegt.
Nächste Klärungsfragen
Welche Tierarten und Rassen erfüllen eine betriebliche Funktion?
Welche Flächen und Futtergrundlagen stehen dauerhaft zur Verfügung?
Welche Infrastruktur und tägliche Betreuung sind erforderlich?